Generationswechsel in Pflege und Sozialbereichen

Generationswechsel in Pflege und Sozialbereichen

Als Kommunikationstrainerin arbeite ich seit 2010 für Pflege und Sozialbereiche. Einige Vorreiter haben hier bereits vor mehr als 5 Jahren erkannt, dass es Sinn macht, alle Mitarbeiter, besonders jüngere Mitarbeiter, die heute andere Werte leben und damit NEUES in den Bereich einbringen im Bereich Kommunikation und Team zu entwickeln.

Mitarbeiter die in Seminaren die Grundlagen der Kommunikation erlernen, gehen anders mit einander um, sind respektvoller gegenüber Kollegen und Kunden, Angehörigen zu Betreuenden oder Bewohnern in stationärem Aufenthalt.
Ein Vater der sich nicht gehört fühlt weil seine Tochter nach einem kleinen Fahrrad Unfall aus seiner Sicht „schwerst“ verletzt ist oder ein Angehöriger der mit lapidaren „Vertröstungen“ lange, auf einen Mitarbeiter wartet, der seine Frage einer Medikamentengabe bei seiner Mutter beantworten kann, fühlen sich nicht verstanden und wahr genommen. 

  • Dem Thema Seminar in der Kommunikation wird wenig Raum gegeben, weil die Fachthemen wichtiger erscheinen.
    Ursache: Die fachlichen Themen werden vom MDK geprüft!
  • Konflikte werden oft lange ignoriert.
    Ursache: Durch häufigen Personalmangel, ist der Alltag mit täglichen Problemen angefüllt und es bleibt kaum ein Gedanke für nicht fachliche Weiterbildung.
  • Es werden pauschale Seminare gebucht.
    Ursache: Die Tragweite ist nicht sichtbar. Ein Trainer ohne Vorinformation kann kein individuelles Seminar gestalten. Die Mitarbeiter nehmen wenig Inhalt mit, da sie ihre Alltagsprobleme im Seminar nicht wiederfinden.
  • Es ist nicht bewusst, dass es in diesem Seminarbereich um Verhaltensänderungen geht, um Unternehmenszugehörigkeit und Freude an der Arbeit.
    Ursache: Es ist nicht bekannt, wie sehr Werte, Kommunikation und Verhalten von Mitarbeitern die Arbeitsweise und damit auch die Außendarstellung des Unternehmens beeinflussen und somit gute Mitarbeiter und zufriedene Kunden bringt!

Wie wichtig es ist zeigt sich häufig erst in eskalierten Konflikten, einem schlechten Betriebsklima oder auch in stetigem Mitarbeiterschwund von Fachkräften, die oft im Unternehmen ausgebildet wurden und dieses dann trotzdem verlassen. Gerade junge Mitarbeiter verlassen ein Unternehmen eher schneller als ältere Mitarbeiter. In der derzeitigen Debatte um latenten Personalmangel im Bereich Pflege und Betreuung ein Desaster.

Meine Frage lautet dann meist…“Und was wissen Sie über die Kollegin/ Kollegen?“…“ Ja ist 23 und hat mir gesagt sie will halt mehr am WE frei haben. Die wollen nur Party machen, aber das geht nun mal in unserem Job nicht und das habe ich ihr auch so gesagt….“

Was hören Sie aus diesem Satz? Was sagt die Kollegin damit aus?

Die Werte der jungen Generation sind nicht schlechter als unsere.
Sie sind einer neuen Zeit angepasst und wir haben sie mit geprägt.

Wir haben mit dafür gesorgt, dass diese junge Generation selbstbewusst und manchmal auch etwas pflichtvergessen wirkt.
Wir haben sie manchmal vielleicht zu viel unterstützt und mehr Rechte als Pflichten gefordert, um sie zu beschützen.

Wenn wir junge Menschen begleiten und in unserem Unternehmen halten wollen, ist es wichtig, Ihnen die gleiche „Wert“-schätzung entgegen zu bringen, die wir für unsere Generation und unsere Wert und Arbeitsvorstellung erwarten.
Sie zu begeistern für Zusammenarbeit, Ihre Ideen aufzunehmen, Ihnen Verantwortung und Zutrauen geben, nach Ihren Zielen fragen, sie zu begleiten und uns inspirieren lassen. Sie fordern und fördern mit beiden Seiten der Werte ist Motivation und täglicher Ansporn.
All das hilft jungen Menschen im Generationswechsel in Ihrem Unternehmen einen festen Platz einzunehmen und neue Perspektiven gemeinsam mit Ihnen zu gestalten.

„Er“ Kenntnisse zu persönlichen Ansichten, Werten, Familie, Interessen und vielem mehr, hilft hier entspannt zu führen und Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Dazu gehört, dass ich mir bewusst bin was hinter meiner Botschaft an den Mitarbeiter steckt und was dieser wirklich „hört“!

Alte Werte + neue Werte =  Wertschätzung 

 Junge Menschen der Generation 20 plus haben meist andere Werte in Bezug auf Arbeit, Leben und Freizeit.

Werte Generation 20 Plus

  • Gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit.
  • Arbeit muss Spaß machen, ist nicht nur Einkommen.
  • Sicherheit
  • Familie und Zugehörigkeit
  • Individualität
  • Freiheit
  • Anerkennung
  • Integration

Sie suchen eher einen Arbeitsplatz indem eine Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Privatleben gegeben ist.

Die Generation 40 oder 50 Plus hat die Werte ihrer Generation.

Werte der Generation 40 oder 50 Plus.

  • Sicherheit
  • Arbeit haben
  • Pflicht
  • Disziplin
  • Fleiß
  • Dem Arbeitgeber verpflichtet sein
  • Wertschätzung
  • Vorbilder werden ungefragt erhalten
  • Soziales Verhalten
  • Familie und Zugehörigkeit

Werden die jungen Menschen nicht, auch bei ihren Werten abgeholt, führt das häufig zu Kündigung und damit zum Verlust einer wertvollen Fachkraft. Wollen wir unsere Werte der nächsten Generation mitgeben, ist es notwendig, diese Werte wieder bewusst zu machen und im Unternehmen zu leben.

 

 Es existieren immer gemeinsame Werte in beiden Generationen. 

 

Bild: Adobe Lizenzkauf 45291201© Africa Studio - stock.adobe.com

Text: COM-INSTITUT

 


Drucken